Das sind die Unterschiede im Überblick:
S1: Zehenschutzkappe
S1P: Zehenschutzkappe + Durchtrittschutz
S2: Zehenschutzkappe + wasserdicht
S3: Zehenschutzkappe + wasserdicht + Durchtrittschutz + Profilsohle
Diese Schutzklassen gibt es bei Sicherheitsschuhen nach EN ISO 20345:2011
Schutzklasse 1
Sicherheitsschuhe der Schutzklasse S1 (das “S” steht für Schutzklasse) müssen die Mindestanforderungen erfüllen. Das Obermaterial und Futter müssen reiß- und abriebfest sowie wasserdampfdurchlässig sein. Zur Grundausstattung gehört eine Zehenschutzkappe, die einen Stoß von mindestens 200 Joule und einen Druck von mindestens 15 kN aushält. Das bedeutet, dass die Arbeitsschuhe einem Gewicht von 20 Kilogramm aus einem Meter Fallhöhe standhalten. Ist die Fallhöhe gleich Null, verkraftet die Zehenschutzkappe etwa 1.500 kg. Der Zehenschutz kann aus Stahl, Aluminium, Kunststoff oder Carbon bestehen. Wichtig! Wird die Schutzkappe beschädigt, weil ein Gegenstand auf den Fuß gefallen ist, erfüllt sie ihre Schutzfunktion möglicherweise nicht mehr. Dann müssen die Arbeitsschuhe ausgetauscht werden.
Außerdem haben die Arbeitsschuhe eine antistatische Sohle. Sie sorgt dafür, dass Elektrizität den Körper verlassen kann und verhindert so kleine Stromschläge. Die Sohle muss resistent gegen Öl und Benzin sein. Die Ferse muss geschlossen sein, das sorgt für einen stabilen Rundumschutz. Dazu zählen Sandalen, die hinten geschlossen sind. Clogs gehören jedoch nicht dazu, denn sie entsprechen nur der Kategorie „SB“, der Basisausstattung. Die Kategorie S1 findet man beispielsweise in Malerbetrieben, Bäckereien oder Großküchen.
Schutzklasse S1P
S1P – der Zusatz „P“ steht für „penetration proof“, auf Deutsch: durchtrittsicher – bedeutet, dass diese Schuhe beispielsweise vor herumliegenden Nägeln schützen. Es wird eine zusätzliche Zwischensohle aus Edelstahl oder Kunstfasern wie Kevlar eingearbeitet. Diese Schutzklasse passt zur Werkstatt – beim Tischlern und Schreinern -, im Trockenbau oder auch für andere Jobs, die sich eher drinnen abspielen.
Schutzklasse 2
Sicherheitsschuhe der Schutzklasse S2 erfüllen alle S1 Kriterien. Sie haben also eine Zehenschutzkappe, aber das Schuhoberteil ist zusätzlich mindestens eine Stunde wasserabweisend. Diese Schutzklasse wird vorwiegend im Lager, in der Kfz-Werkstatt oder in der Logistik getragen.
Schutzklasse 3
Sicherheitsschuhe der Schutzklasse S3 entsprechen zunächst allen Anforderungen für S2, besitzen eine Zehenschutzkappe und haben einen Durchtrittschutz wie bei S1P. Außerdem sind sie wasserdicht und die Sohle ist rutschfest, denn das Profil ist stärker als z. B. für Sicherheitsschuhe der Schutzklasse S1P. Die Kategorie S3 ist im Hoch- und Tiefbau oder bei Abbruch- oder Entsorgungsunternehmen genau richtig.
Wie findet man die richtige Schutzklasse für Sicherheitsschuhe?
1. Wo arbeite ich? Drinnen oder draußen?
Arbeitest du im Gebäude, ist die Schutzklasse S1 oder S1P (mit zusätzlichem Schutz vor Nageldurchtritt) richtig. Wenn du hauptsächlich im Freien arbeitest, solltest du dich eher für die Schutzklassen S2 oder S3 entscheiden. Hier hast du zusätzlichen Schutz vor Feuchtigkeit.
2. Brauche ich einen Schutz vor Nässe?
Arbeitest du beispielsweise im Gartenbau und bist du Wind und Wetter ausgesetzt, dann hast du die Wahl zwischen den Sicherheitsklassen S2 und S3.
3. Ist dein Arbeitsplatz eher sauber – insbesondere der Boden – oder nicht?
Liegen spitze Gegenstände, Scherben oder Nägel am Boden herum, dann solltest du dich auf jeden Fall für die Schutzklasse S3 entscheiden. Denn hier ist die Sohle mit Durchtrittschutz eingearbeitet.
Eine Hilfe bei der Suche nach der richtigen Schutzklasse für Sicherheitsschuhe bietet die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung. Sie hat Beispiele zusammengestellt, welche Sicherheitsstufe für welchen Beruf in Frage kommt. In der Tabelle findet man Angaben zur Branche, Tätigkeit, Kategorie S1, S2 oder S3 und Abkürzungen für bestimmte Eigenschaften der Schuhe. Außerdem gibt es Empfehlungen zur Höhe der Schuhe, zur Rutschfestigkeit der Sohle oder ob ein Durchtrittschutz notwendig ist. Das bedeuten die Abkürzungen, die in der Übersicht verwendet werden:
P : durchtrittsicher
C : elektrisch leitfähige Schuhe
A : antistatisch
FO : kraftstoffbeständig
HI : Wärmeisolierung
CI : Kälteisolierung
E : Energieaufnahmevermögen im Fersenbereich
WR : wasserdichte Schuhe
M : Mittelfußschutz
AN : Knöchelschutz
WRU : wasserabweisendes Schuhoberteil
CR : Schnittfestigkeit des Obermaterials
HRO : Hitzeschutz bis 300 °C
Form B : knöchelhohe/mittelhohe Schuhe
SRC : Rutschfestigkeit der Sohle (Stufen A, B, C, wobei C die höchste Stufe ist)